Expedition Spitzbergen: Verliebt in die Arktis

Spitzbergen. Heimat von Eisbären, Walrossen und Rentieren. Ein abgeschiedenes Naturparadies im hohen Norden. Auf halbem Weg zum Nordpol. Kälte, Eis und Dunkelheit. Aber auch atemberaubende Natur und taghelle Nächte im Sommer. Zerklüftete Küsten, Fjorde und Gletscher. Im Winter vom Packeis eingeschlossen. Eine faszinierende Inselgruppe. Aber Vorsicht: Die Gefahr ist groß, dass ihr euch bei einem Besuch mit dem Polarvirus infiziert. Uns hat es jedenfalls voll erwischt.

Schwimmender Eisbär, Arktis
Schwimmender Eisbär

Hier ist unser Spitzbergen Erfahrungsbericht mit Tipps zu Sehenswürdigkeiten und schönen Orten:

Atemberaubender Magdalenefjord im Nordwest-Spitzbergen-Nationalpark

Im Nordwesten von Spitzbergen gelegen ist der Magdalenefjord Teil des Nordwest-Spitzbergen-Nationalparks. Wir besuchen dieses abgelegene Stück Erde an Bord eines Expeditionsschiffes. Bei der Einfahrt in den Fjord erwartet uns eine atemberaubende Landschaft. Und der 7 Kilometer lange Waggonwaybreen Gletscher, der am Ende des Magdalenefjords liegt.

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Waggonwaybreen Gletscher am Ende des Magdalenefjords

Ungeduldig warten wir darauf, an Land gehen zu dürfen. Zum Glück sind wir heute in der ersten Gruppe. Aber zuerst muss das Expeditionsteam prüfen, ob auch kein Eisbär in der Nähe ist. Mit kleinen Zodiaks setzten wir schließlich zum Strand über. Und dann ist der Moment gekommen. Wir betreten zum ersten Mal den Nordwest-Spitzbergen-Nationalpark! Vom steinigen Strand aus sehen wir auf eine von Gräsern und Moos bedeckte gelb-orangene Tundralandschaft. Rund herum eingerahmt von Gletschern und einer schneebedeckten Bergkette, die sich im Wasser des Magdalenefjords spiegelt. Der Himmel eher grau als blau. Und trotzdem: Eine Landschaft so schön, dass es mir die Sprache verschlägt. So unfassbar beeindruckend, dass mein Verstand Mühe hat diese faszinierenden Eindrücke zu verarbeiten.

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Atemberaubende Kulisse im Magdalenefjord
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Bunte Tundralandschaft im Magdalenefjord

Spitzbergen: Wanderung zum Gletscher

Völlig geflasht machen wir uns auf die Wanderung zum Gletscher. Am Strand entlang geht es über das gelb-orangene Moos und schließlich zwischen Felsbrocken einen Hügel hoch. Auch von hier hat man wieder einen grandiosen Blick auf die Landschaft des Fjords. Am Horizont liegt ein Wolkenstreifen über dem Wasser. Kleine Eisschollen floaten an uns vorbei und einige Wasservögel bevölkern das steinige Ufer.

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Nebelschwaden in der Ferne

Weiter geht es vorbei an kleinen Seen, in denen sich die Berge spiegeln.

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Sich spiegelnde Gletscher und Berge

Etwa eine Stunde brauchen wir, bis wir die Gletscherzunge hinter der nächsten Kurve erspähen. Das Ziel unserer Wanderung. Graue Bergspitzen gucken aus weiß-blau schimmerndem Eis hervor. Vor der Abbruchkante schwimmen ein paar kleine Eisschollen. Großartig!

Gletscher, Magdalenefjorden, Svalbard
Gletscher am Ende der Wanderung
Gletscher, Magdalenefjorden, Svalbard Reisetipp
Aussicht vom Ende der Wanderung

Verliebt in die Arktis

Heute ist es um mich geschehen. Ich habe mich hoffnungslos in die Arktis verliebt. Dabei war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal im Nordost-Grönland-Nationalpark, der mit seiner Schönheit – kaum zu glauben, aber wahr – den Magdalefjord noch übertreffen wird.

Da ist er: Der Moment puren Glücks. Einer der Momente im Leben, die du nie wieder vergisst. Die perfekte Bestätigung für mein Lebensmotto „Collect moments, not things“. Ich weiß ja nicht wie es euch geht. Aber wen bitte interessieren teure Autos, große Häuser oder Designerklamotten, wenn er dafür diese berauschende Schönheit unberührter Natur erleben darf? Bei mir sind die Prioritäten jedenfalls klar vergeben!

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Panorama Aussicht
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Atemberaubende Landschaft im Nordwest-Spitzbergen-Nationalpark

Zurück an Bord erspähen wir am gegenüberliegenden Ufer unseren ersten Eisbär in freier Wildbahn. Genial! Auch wenn er ziemlich weit weg ist. Gemächlich schlendert der Eisbär über einen Steinhang, bevor er sich dort gemütlich niederläßt. Was für ein Tag!

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Eisbär am gegenüberliegenden Ufer

Arktische Forschungsstation Ny-Ålesund

Auf unserer Reise besuchen wir auch Ny-Ålesund, arktische Forschungsstation und nördlichste Siedlung auf Spitzbergen. Ny-Ålesund befindet sich an der Südküste des Kongsfjords. Bunte Holzhäuser liegen vor einer spektakulären Bergkette mit Blick auf den Fjord und die gegenüberliegenden Gletscher. Eine grandiose Kulisse!

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Hafen von Ny-Ålesund
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Gletscher am Kongsfjord

In Ny-Ålesund gibt es die nördlichste zivile Forschungsstation der Welt. Der Schwerpunkt liegt auf Arktis-, Umwelt- und Polarforschung. Norwegen, Deutschland, Frankreich und China unterhalten hier ständig besetzte Polarforschungsstationen. Einige weitere Nationen haben temporär besetzte Stationen. Und sogar ein Meeresforschungslabor gibt es hier. Die Anzahl der Einwohner schwankt zwischen etwa 30 Personen im Winter und 120 Personen im Sommer. Es gibt keine Straßenverbindung nach Ny-Ålesund. Daher erfolgt die Versorgung auf dem Luftweg oder in der eisfreien Zeit per Schiff. Touristen verirren sich eher selten hierher. Das einzige Hotel im Ort ist das Nordpol-Hotel.

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Häuser in Ny-Ålesund

Zu den Sehenswürdigkeiten von Ny-Ålesund zählt das kleine Museum mit einer Ausstellung zu Minenarbeit und den Polarreisen von Roald Amundsen. Auch eine Statue des berühmten norwegischen Polarforschers darf natürlich nicht fehlen. Außerdem gibt es eine alte Eisenbahn und ein malerisches kleines Postamt.

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Roald Amundsen und Nordpol-Hotel
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Die Post von Ny-Ålesund
Eisenbahn in Ny-Ålesund auf Spitzbergen, Svalbard Reise Tipps und Erfahrungen
Alte Eisenbahn in Ny-Ålesund

Russische Bergbausiedlung Barentsburg

Ganz anders als im idyllischen Ny-Ålesund sieht es in der russischen Bergbausiedlung Barentsburg aus. Hier gibt es tatsächlich so etwas wie Hochhäuser. Doch auch dieser Ort hat seinen ganz eigenen Charme.

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Barentsburg vom Wasser

Vom Anlegeplatz steigen wir über Treppen hinauf zum Ort, vorbei an halb zerfallenen Holzhütten. Eine niedliche alte Holzkirche thront darüber. Ansonsten besteht der Ort eher aus klotzigen Betonbauten im Sowjet-Style.

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Kleine Holzkirche in Barentsburg

Barentsburg ist eine russische Bergbausiedlung. Zweitgrößter Ort der Spitzbergen-Inselgruppe und hauptsächlich von russischen und ukrainischen Bergarbeitern bewohnt. Für die Freizeitgestaltung der Einwohner gibt es ein großes Kulturhaus mit Bühne, ein Schwimmbad und ein paar Bars. Auch ein Kinderspielplatz und ein kleines Postamt sind vorhanden.

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Sonnenuntergang über Barentsburg

Longyearbyen – die größte Siedlung auf Spitzbergen

Longyearbyen, größter Ort und Verwaltungszentrum von Spitzbergen, lebt heute überwiegend vom Tourismus und der Forschung. Aber auch Überbleibsel des ehemaligen Steinkohlenbergbaus sind in der Stadt zu sehen. Es gibt mehrere Hotels, eine kleine Einkaufsstraße und das Svalbard Museum. Außerdem eine kleine Kirche und das Postamt vom Weihnachtsmann. Im Winter können Touristen die faszinierende Landschaft bei Schneemobiltouren und Hundeschlittenfahrten erkunden oder eine Eishöhle besuchen. Im Sommer locken schöne Wanderungen. Allerdings besteht die Gefahr außerhalb der Stadt Eisbären zu treffen. Daher solltest du besser nicht auf eigene Faust wandern gehen sondern dich lieber einem bewaffneten Guide anschließen.

Bunte Häuser in Longyearbyen, Spitzbergen Reisebericht
Bunte Häuser in Longyearbyen
Kirche, Longyearbyen Sehenswürdigkeiten auf Spitzbergen
Sehenswürdigkeit von Longyearbyen: die Kirche

In Longyearbyen starten auch Expeditions- und Kreuzfahrten ins arktische Eismeer. Für uns ging es von hier entlang der Küste Spitzbergens über den atemberaubenden und wenig besuchten Nordost-Grönland-Nationalpark nach Island. Eine absolut einzigartige Erfahrung!

Spitzbergen Fakten

Spitzbergen gehört zu Norwegen. Der eigentliche Name der Inselgruppe ist Svalbard und bedeutet „Kühle Küste“. Bekannter ist jedoch die Bezeichnung Spitzbergen. Grönland und Norwegen sind von dieser abgelegenen Inselgruppe über 600 Kilometer entfernt. Besiedelt wurde Spitzbergen ab 1900, hauptsächlich mit dem Ziel der Kohlegewinnung. Heute ist Svalbard ein wichtiger Standort für internationale Arktisforschung. Spitzbergen hat weniger als 3.000 ständige Einwohner. Die meisten von ihnen leben in Longyearbyen. Einige weitere im Forschungszentrum Ny-Ålesund und der russischen Bergbausiedlung Barentsburg. Die Währung auf Spitzbergen ist die Norwegische Krone (NOK).

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Das Postamt vom Weihnachtsmann n Longyearbyen

Nützliche Infos und Links für deine Spitzbergen Reise

Eine Übersichtskarte mit den besuchten Orten auf Spitzbergen kannst du dir hier ansehen.

Beste Reisezeit für Spitzbergen

Beste Reiszeit für deinen Spitzbergen Urlaub sind die Monate Juni bis August. Dann gibt es die meisten Sonennstunden und die Chancen sind gut, dass die Küste eisfrei bist und du per Schiff mehrere Orte besuchen kannst. Natürlich lohnt sich aber auch ein Besuch im Winter. Dann gibt es viele Outdoor-Aktivitäten im Schnee wie Schneemobilfahren, Husky-Touren oder Schneeschuhwandern. Und vielleicht siehst du sogar Polarlichter.

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Aussicht auf den Magdalenefjord

Unterkünfte in Longyearbyen

Anders als in anderen Orten auf Spitzbergen, gibt es in Longyearbyen sogar mehrere Hotels und Unterkünfte zur Auswahl:

Svalbard Museum in Lonyearbyen

  • Eintrittspreis: 90 NOK pro Person, Kinder 15 NOK
  • Öffnungszeiten: 10-17 Uhr von Februar bis September, sonst 12-17 Uhr
  • Website (auf Englisch): svalbardmuseum.no/en

Flüge nach Spitzbergen

  • Die meisten Flüge nach Longyearbyen werden von der Fluggesellschaft SAS angeboten, normalerweise mit Zwischenstopp in Norwegen (Oslo).

Expeditions-Seereise

  • Wir waren mit der MS Fram von Hurtigruten unterwegs. Ein gutes Vergleichsportal für Expeditionsreisen und Kreuzfahrten ist Dreamlines.
Eisbär auf dem Eis, Arktis Reisebericht
Eisbär auf dem Eis

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Erstveröffentlichung 6.12.2016, aktualisiert Februar 2020

9 Kommentare zu „Expedition Spitzbergen: Verliebt in die Arktis“

  1. Hallo Kathrin,

    immer wieder schön, wenn man neue Spitzbergen Fotos von den Orten sieht, wo man selber schon war. Am Kongsfjord hatten wir auf dem Hinterdeck abends ein schönes BBQ gemacht.

    Wir waren letztes Jahr im Sommer oben und jetzt veröffentlichen wir die ersten Artikel bei uns.

    Schöne Grüße von Berlin nach Hamburg.

    Mario

  2. Pingback: NordNerds Dezember-Rückblick 2016 - MAHTAVA!

    1. Vielen lieben Dank, Steffi!
      Spitzbergen ist wirklich super schön 🙂 Ich möchte auch irgendwann noch mal im Winter hin, wenn richtig viel Schnee liegt.
      Liebe Grüße
      Kristin

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