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Florida: Everglades Nationalpark auf eigene Faust

Die Everglades, da denkt jeder gleich an Sumpfgebiet, Alligatoren und Moskitos. Stimmt auch! Aber der Everglades Nationalpark hat noch viel mehr zu bieten: die gemütlichen Seekühe, die lustigen Anhingas, viele verschiedene Reiherarten, niedliche Schildkröten und abwechslungsreiche Landschaft. Hier gibt es Bäume, die in der Trockenzeit mit ihren freigelegten Wurzeln aussehen, als wären sie einem Fantasyfilm entsprungen und würden jeden Moment loslaufen. Einen Besuch des Everglades Nationalpark solltest du auf deiner Florida Rundreise also unbedingt einplanen. Fragst du sich jetzt, welche Spots in den Everglades am besten sind? In diesem Erfahrungsbericht stellen wir dir die verschiedenen Parkteile vor und geben dir Tipps für ein paar Wanderwege und kurze Trails.

Alligator auf der Pirsch im Everglades Nationalpark, Florida, USA

Alligator auf der Pirsch

Die Everglades mit dem Auto erkunden

Der Everglades Nationalpark lässt sich super mit dem Auto auf eigene Faust erkunden. Moskito-Spray nicht vergessen! Er teilt sich in einen südlichen und einen nördlichen Teil. Beide sind öffentlich zugänglich. Den südlichen Teil des Everglades Nationalparks erreichst du von Florida City aus. Hier kannst du wandern, Kajak fahren oder eine organisierte Bootstour machen. In der Nähe vom Eingang gibt es ein Visitor Center, wo du dich mit einer Karte eindecken und dir Tipps für deinen Besuch im Everglades Nationalpark holen kannst. Den nördlichen Teil der Everglades erreichst du über den Tamiami Trail, der Miami mit der Westküste Floridas verbindet.

Wunderschöne Landschaft im Everglades Nationalpark, Everglades Tipps und Erfahrungsbericht

Wunderschöne Landschaft im Everglades Nationalpark

Flamingo: Der südliche Teil des Everglades Nationalpark – unsere Tipps

Los geht es für uns im südlichen Teil des Everglades Nationalparks. Den Eingang am Ernest F. Code Visitor Center erreichst du über die 9336 ab Florida City. Super ausgeschildert und nicht zu verfehlen. Florida City ist übrigens auch ein preiswerter und praktischer Ort zum Übernachten, auch für Tagesausflüge auf die Florida Keys.

Wandern auf dem Anhinga Trail

Ein paar Meilen weiter erreichen wir schon das erste Highlight: den Anhinga Trail. Wir können es kaum erwarten, auf unsere erste kurze Wanderung im Everglades Nationalpark zu starten. Auf dem Parkplatz erwarten uns bereits jede Menge Grey Vultures (Geier), die auf den parkenden Autos sitzen. Um den Lack vor den scharfen Krallen zu schonen, gibt es blaue Planen. Schnell wickeln wir unseren Mietwagen darin ein und machen uns auf den Weg.

Geier belagern die parkenden Autos, Anhinga Trail gefährlich?, Everglades National Park Erfahrungsbericht

Geier belagern die parkenden Autos am Anhinga Trail

Tauchende Schlangenhalsvögel

Schon gleich nach ein paar Metern sehen wir die ersten Anhingas (Amerikanischer Schlangenhalsvogel), nach dem dieser Wanderweg in den Everglades benannt ist. Das sind Wasservögel die fast wie Kormorane aussehen. Sie können unter Wasser tauchen, um sich ihre Beute zu angeln. Hinterher sitzen sie mit ausgebreiteten Flügeln zum Trocknen auf Bäumen. Das sieht ziemlich lustig aus. Einige Schlangenhalsvögel haben ein schickes schwarzes Gefieder mit knallblauen Augen, andere sind braun.

Brauner Anhinga

Brauner Anhinga

Alligatoren – Ist der Anhinga Trail gefährlich?

Kurz darauf entdecken wir in einem kleinen Bach den ersten Alligator. Gemütlich gleitet er zwischen Wasserpflanzen an uns vorbei. Und parkt sich direkt unter einem Baum mit einem Anhinga. Der empört nach unten guckt, sich aber nicht aus der Ruhe bringen lässt. Für uns interessiert sich der Alligator dagegen überhaupt nicht. Unserer Erfahrung nach ist der Anhinga Trail nicht gefährlich. Und auch allgemein kann man den Everglades Nationalpark gut zu Fuß erkunden. Man sollte aber natürlich trotzdem wachsam sein und den Tieren nicht zu nahe kommen.

Empörter Anhinga im Everglades Nationalpark, Florida, USA

Empörter Anhinga

Alligator unter dem Anhinga-Baum, ist der Anhinga-Trail gefährlich, Everglades Nationalpark

Alligator unterm Anhinga-Baum

Reiher auf der Jagd

Der Anhinga Trail im Everglades Nationalpark ist auch ein super Tipp für Vogelfans. Denn hier leben jede Menge Reiher. Gefühlt alle 3 Meter steht einer wie eine bewegungslose Statue da und starrt auf der Suche nach Beute ins Wasser. Darunter die Great Blue Herons (Kanadareiher), die es auch bei uns gibt. Die weiße Form davon wird einfach White Morph genannt. Außerdem gibt es total hübsche Nachtreiher (Night Heron), blaue Reiher und die bunten Grünreiher (Green Heron).

Nachtreiher am Anhinga Trail, Vögel beobachten im Everglades Nationalpark, Florida

Nachtreiher

Bunter Grünreiher, kurze Wanderung Anhinga Trail, Erfahrungen Everglades, Florida, USA

Bunter Grünreiher

Schildkröten und Wasservögel in den Everglades

Wir wandern weiter auf einem Boardwalk über einen großen Teich, wo wir uns stundenlang festgucken. Anhingas sitzen auf Bäumen, Reiher fliegen hin und her, Schildkröten dümpeln im Wasser oder futtern die Blüten von Wasserpflanzen ab. Es gibt gestreifte und gepunktete Fische und bunte Vögel laufen fast schwerelos über die Blätter der Wasserpflanzen. Total faszinierend! Nicht zu vergessen natürlich die Alligatoren am Ufer oder auf Pirschtour im Wasser. Und ein Anhinga-Nest mit hungrigen Küken entdecken wir schließlich auch noch. Die Everglades sind wirklich das absolute Tier- und Vogelparadies.

Bunter Wasservogel am Anhinga Trail im Everglades Nationalpark, Vögel beobachten Florida, USA

Bunter Wasservogel – ein Zwergsultanshuhn

Blume futternde Wasserschildkröte am Anhinga-Trail, Everglades Tiere, Florida

Blume futternde Wasserschildkröte

Rote Bäume auf dem Gumbo Limbo Trail

Der kurze Wanderweg des Gumbo Limbo Trails startet vom gleichen Parkplatz wie der Anhinga Trail. Auf einem Waldpfad geht es an imposanten Bäumen vorbei. Dafür sind auf diesem Weg kaum Tiere zu sehen. Nur ein niedliches Hörnchen kreuzt unseren Weg. Leider werden wir total von Moskitos belagert und wollen daher keinen Fotostopp einlegen.

Rosalöffler am Paurotis Pond

Zurück auf der Hauptstraße kommen weiße Bäume in Sicht. Sie sehen fast ein bisschen abgestorben aus. Es gibt einen sehr kurzen Boardwalk (Pinelands Interpretive Trail) mit Infotafeln, wo man sich die interessanten Bäume aus der Nähe ansehen kann.

Pinelands Interpretive Trail, Everglades Nationalpark, USA

Pinelands Interpretive Trail

Ein guter Tipp, um die hübschen Rosalöffler zu sehen ist der Paurotis Pond. Einer ist sogar direkt über uns rüber geflogen. Außerdem gibt es hier viele Störche.

Rosalöffler. Florida, USA

Hübscher Rosalöffler

Flamingo Visitor Center: Seekühe & Krokodile

Schließlich endet die Parkstraße am Flamingo Visitor Center. Dort gibt es auch eine Marina, wo Bootstouren starten und du dir ein Kajak leihen kannst. Mit etwas Glück kannst du hier Salzwasserkrokodile und Manatees (Seekühe) sehen. Das schlammige Wasser in der Marina sieht nicht sehr vielversprechend aus. Die Oberfläche ist spiegelglatt. Wir können uns nicht vorstellen, dass grade ein Manatee im Hafen sein könnte. Aber die knuffigen Seekühe können ziemlich lange die Luft anhalten. Unsere Geduld wird belohnt, als plötzlich keine drei Meter von uns erst eine kleine und dann eine größere Seekuh ihre Nase aus dem Wasser steckt, um Luft zu holen. Wie toll, wir sind völlig verzückt. Manatees in freier Wildbahn sehen ohne teure Tour, einfach genial! Allerdings nicht so einfach zu fotografieren, weil sie oft sofort wieder abtauchen.

Manatee / Seekuh im Hafenbecken beim Falmingo Visitor Center,Everglades Tiere, Everglades-Nationalpark selbst erkunden

Manatee im Hafenbecken beim Falmingo Visitor Center

Auch zwei Salzwasserkrokodile sind zu sehen. Und lustige grüne „Nadelfische“.

Fische beobachten beim Falmingo Visitor Center, Everglades National Park Erfahrungsbericht, Florida, USA

Grüner Fisch

Falmingo Visitor Center im Everglades Nationalpark, Florida, USA

Pier beim Falmingo Visitor Center

Und auch unterwegs auf der Parkstraße gibt es immer wieder was zu sehen. Habichte und Fischadler, Reiher und jede Menge weiße Ibisse, die oft in großen Gruppen anzutreffen sind.

Weiße Ibisse und Reiher, Vogelbeobachtung Florida, Tipps Everglades National Park

Weiße Ibisse und Reiher

Shark Valley am Tamiami Trail – Tipps für die nördliche Everglades

Der öffentlich zugängliche Parkteil im Norden des Everglades Nationalparks besteht hauptsächlich aus dem Zugang beim Shark Valley. Dieser zweigt vom Tamiami Trail ab. Dort gibt es eine 15 Meilen Loop-Road. Diese kann man entweder mit einem Fahrrad abfahren (Fahrradvermietung am Visitor Center), auf einer 2-stündigen Tram-Tour besuchen oder einfach zu Fuß ein Stück langlaufen. Die Tram-Tour fanden wir sehr teuer und auch überflüssig, da man schon auf den ersten paar Metern zu Fuß jede Menge Wildlife sieht. Außerdem kann man zu Fuß alle Tiere so lange beobachten wie man möchte und in Ruhe fotografieren. Zusätzlich gibt es zwei kurze Trails, die von der Loop-Road abgehen und beide vom Visitor-Center zu Fuß relativ schnell zu erreichen sind.

Great Blue Heron im Everglades Nationalpark

Great Blue Heron beim Shark Valley Parkplatz

Ebenfalls an der Nordseite der Everglades gibt es noch das Gulf Coast Visitor Center bei Everglades City. Dort enden die mehrtägigen Kajaktouren auf dem Wilderness Waterway ab Flamingo Visitor Center. Sicherlich ein einmaliges Erlebnis fernab jeglicher Zivilisation.

Tiere entland der Loop-Road im Shark Valley

Schon die kurze Anfahrt zum Parkplatz des Shark Valley Visitor Centers führt an einem spannenden Bachlauf entlang. Überall sitzen Reiher in den Bäumen oder stehen im Wasser. Motiviert parken wir und machen uns zu Fuß auf den Weg.

Bunter Grünreiher in den Everglades, Florida, USA

Grünreiher auf der Lauer

Blauer Reiher im Everglades Nationalpark, USA

Blauer Reiher

Hier gibt es genauso viel zu sehen wie am Anhinga Trail im südlichen Parkteil. Reiher, Anhingas und Alligatoren an jeder Ecke! Man muss schon fast aufpassen, keinem Alligator auf die Tatze zu treten. Hinterher wurden wir oft gefragt, ob wir keine Angst hatten. Wir haben aber nur gute Erfahrung mit den Tieren gemacht, wenn man sich selbst auch respektvoll verhält. Gefährlich sind die Everglades also

Alligator direkt neben dem Fußweg im Shark Valley, Everglades Nationalpark Tiere

Alligator direkt neben dem Fußweg

Erfolgreicher Silberreiher im Shark Valley, Florida

Erfolgreicher Silberreiher im Everglades Nationalpark

In der Nähe des Otter Cave Trails entdecken wir sogar ein paar niedliche Babyalligatoren. Total süß!

Niedlicher Babyalligator an der Loop-Road im Shark Valley, Erfahrungsbericht Everglades Nationalpark Tiere

Niedlicher Babyalligator

 Babyalligatoren im Everglades Nationalpark

Im Gebüsch versteckte Babyalligatoren

Und auch eine Schlange kreuzt unseren Weg. Das finden wir eher etwas gruselig. Schnell weiter!

Schlange am Trail im Shark Valley, Everglades Tiere, Florida

Schlange im Gebüsch im Shark Valley

Tiere in den Everglades: Schildkröte in Sicht

Total begeistert sind wir dagegen als wir eine Florida Softshell-Turtle im schlammigen Wasser erspähen. Immer wieder taucht sie komplett unter und ist dann kaum noch zu sehen. Zum Glück entscheidet sie sich schließlich zu einem Sonnenbad und wir können sie in Ruhe beobachten. Wir sind völlig fasziniert von diesen gleichzeitig uralt aber auch irgendwie lustig aussehenden Lebewesen.

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Eine Softshell Turtle geniesst die Sonne

Schwimmende Softshell Turtle im Shark Valley, Everglades National Park Tiere, Florida

Schwimmende Softshell Turtle

Everglades Nationalpark: Tipps und Infos für deinen Besuch auf eigene Faust

  • Website
  • Everglades Nationalpark Eintritt: $25 pro Fahrzeug und Woche. Falls du mehrerer Nationalparks in den USA besuchen möchtest lohnt sich der Jahrespass „America the Beautiful – National Parks and Federal Recreational Lands Pass“ für $80. Er ist ein Jahr gültig und du hast damit unter anderem freien Eintritt in die Nationalparks und National Monuments. Falls du nur in Florida unterwegs bist, lohnt sich der Jahrespass aber eher nicht.

Karte des Everglades Nationalparks

  • Eine Karte des Nationalparks bekommst du normalerweise am Parkeingang. Dort sind auch die Wanderwege und Kajakrouten eingezeichnet.
  • Falls du vorher planen möchtest, kannst du dir die Karte aber auch online ansehen oder du besorgst dir vorab einen guten Reiseführer. Wir können den Florida Reiseführer von Reise Know-How empfehlen.
Karte Everglades Nationalpark

Karte vom Everglades Nationalpark

Weitere Tipps für die Everglades

Fotografiert haben wir in den Everglades hauptsächlich mit der Sony DSC-HX-60, die ist schön klein und hat trotzdem einen sehr guten Zoom, um Tiere und Vögel zu fotografieren. Unser Tipp falls du noch eine gute Reisekamera suchst! Schau doch sonst auch mal auf unserer Technik-Packliste vorbei.

Falls du dich für eine organisierte Tour interessierst, dann schau doch mal bei Willkommen Fernweh vorbei. Klaus erzählt dort von seinem Ausflug mit Garl inklusive Kajaktour und gibt Tipps zur Loop-Road, einer vom Tamiami Trail abgehenden Schotterstraße.

Ob organisiert oder auf eigene Faust, ein Besuch der Everglades lohnt sich auf jeden Fall. Die Alligatoren warten schon!

Alligator in Florida

Hol dir die Everglades zu dir nach Hause

Unser Kalender mit den besten Fotos von unserem Besuch im Everglades Nationalpark in Florida:


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6 Kommentare zu “Florida: Everglades Nationalpark auf eigene Faust

  1. Klaus

    Hey Kristin,
    so viele tolle Fotos, Wahnsinn was ihr alles erlebt und wie viele Tiere ihr gesehen habt! 🙂
    Ein super Artikel, die Baby Alligatoren sind echt süß, ihr habt wirklich fast alles gesehen.
    Danke auch für’s Verlinken!
    Liebe Grüße, Klaus

  2. Kristin Autor des Beitrags

    Hey Klaus,
    vielen Dank! Es war wirklich großartig!!! Die Everglades sind echt ein Tierparadies. Aber wem sag ich das, du warst ja auch schon da.
    Liebe Grüße
    Kristin

  3. Johannes

    Hallo Kristin,

    super schöner Artikel!! Eine Frage habe ich noch: Sind die Alligatoren am Wegesrand nicht gefährlich?

    Viele Grüße
    Johannes

    1. Kristin Autor des Beitrags

      Hallo Johannes,
      vielen Dank! Die Alligatoren sind eigentlich nicht gefährlich. Man sollte natürlich ein paar Meter Sicherheitsabstand halten. Und nicht den Weg zum Wasser versperren. Wir hatten aber nicht den Eindruck, dass sie sich besonders für Menschen interessieren. Wahrscheinlich gibt es in den Everglades genug leckere Beute 😉
      Liebe Grüße
      Kristin

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