Dzūkija-Nationalpark – Reisetipps für Litauens Süden

Endlose grüne Kiefernwälder, idyllische Seen und bunte Holzhäuser prägen die Landschaft im Dzūkija-Nationalpark im Süden Litauens. Wir sind total begeistert! Zu unseren Highlights in der Region gehören das denkmalgeschützte Dorf Zervynos, die schöne Aussicht auf die Memel in Merkinè und die Dünen in Marcinkonys. Wer Ruhe und Natur liebt, ist im Dzūkija-Nationalpark in Litauen an der richtigen Adresse!

Dzūkija-Nationalpark in Litauen: Reisebericht mit Tipps und Sehenswürdigkeiten
Aussicht vom Burghügel auf Merkinè
Dzūkija-Nationalpark in Litauen: Erfarhrungsbericht mit Tipps und Sehenswürdigkeiten
Wälder und Seen prägen die Landschaft im Dzūkija-Nationalpark
Zervynos, Sehenswürdigkeiten im Dzūkija-Nationalpark, Litauen
Spaziergang durch das denkmalgeschützte Dorf Zervynos

Wo liegt der Dzūkija-Nationalpark?

Der Dzūkija-Nationalpark liegt im Süden von Litauen in der gleichnamigen Region Dzūkija und ist der größte Nationalpark des Landes. Die Verwaltung befindet sich im Dorf Marcinkonys. Die Fläche des Nationalparks besteht größtenteils aus Wäldern, hauptsächlich Kiefern, die von vielen Seen und Flüssen durchzogen werden. Den weitläufigen Dzūkija-Nationalpark erkundet man am besten auf einem Roadtrip mit dem Auto.

Buntspecht im Dzūkija Nationalpark
Spechte fühlen sich in den Wäldern des Nationalparks wohl

Nessi am Glėbas-See

Unser erstes Ziel im Dzūkija-Nationalpark ist das denkmalgeschützte Dorf Zervynos. Auf dem Weg dorthin stoppen wir am Glėbas-See, über dem sich grade ein Stück blauer Himmel zeigt. Am Ufer gibt es einen kleinen Rastplatz mit Picknickbank, ein Holzsteg führt hinaus aufs Wasser. Ein Stück weiter östlich am See entdecken wir eine Holzstatue, die aus dem Schilf emporragt und aussieht wie Nessi mit Krönchen. Entlang der Hauptstraße (A4) gibt es übrigens viele weitere Holzstatuen zu entdecken. Über Varèna fahren wir weiter Richtung Zervynos.

Glėbas-See, Roadtrip Südlitauen
Glėbas-See
Nessi in Litauen, Roadtrip durch die Region Dzūkija
Nessi in Litauen

Highlight im Dzūkija-Nationalpark: Zervynos

Das denkmalgeschützte Dorf Zervynos gehört zu unseren Highlights im Süden Litauens. Traditionelle Holzkreuze und bunte Holzhäuser säumen schmale Sandstraßen. Selbst die Hauptstraße durch das Dorf ist nicht asphaltiert. Man fühlt sich, als wäre hier die Zeit stehengeblieben. Auf unserem Spaziergang durch das Dorf treffen wir keine Menschenseele. Dafür entdecken wir später einige Menschen, die mit Körbchen durch den Wald laufen: Pilzsammler! Beeren und Pilze sammeln ist offiziell erlaubt und dient immer noch vielen Menschen in der Region als Nahrungsquelle und Einkommen. Tatsächlich sehen wir auf unserer Rundreise durch Litauen auch einige Pilzverkäufer am Straßenrand.

Reetgedeckte Scheune in Zervynos
Reetgedeckte Scheune in Zervynos
Typische Holzkreuze und Häuser in Zervynos, Highlight Dzūkija Litauen
Typische Holzkreuze und Häuser in Zervynos

Dzūkija-Nationalpark: Verwaltung in Marcinkonys

Unser nächstes Ziel ist das Dorf Marcinkonys. Dort befindet sich nicht nur die Verwaltung des Dzūkija-Nationalparks, sondern auch das Infozentrum für das Čepkeliai Naturschutzgebiet, dem größten Sumpfgebiet Westeuropas. Wir hatten vor unserer Reise nach Litauen auf der offiziellen Website gelesen, dass man zumindest den Lehrpfad in diesem abgelegenen Naturparadies auf eigene Faust erkunden darf. Leider hat sich vor Ort herausgestellt, dass auch dieser nur in Begleitung eines Nationalpark Rangers betreten werden darf. Sehr schade, da es natürlich jetzt in der Nebensaison kaum Touren gibt.

Buntes Holzhaus in Marcinkonys
Buntes Holzhaus in Marcinkonys

Sehenswürdigkeiten in Marcinkonys: Sanddünen und Holzkirche

Versteckt in einem Waldgebiet am Rand des Dorfes Marcinkonys liegen Litauens älteste Dünen. Wer nicht weiß, dass sie dort sind, wird einfach daran vorbeifahren. Ein kurzer Weg führt vom Dorf mitten hinein ins Sandparadies. Das Dünenparadies erstreckt sich zwar über viele Kilometer von Varèna bis Druskininkai, ist aber größtenteils zugewachsen. Bei Marcinkonys kann man dagegen noch freie Sandflächen bestaunen.

Dünen im Dzukija-Nationalpark
Dünen im Dzūkija-Nationalpark
Spaziergang zu den Dünen bei Marcinkonys, Unternehmungen Südlitauen
Spaziergang zu den Dünen bei Marcinkonys

Ebenfalls sehenswert im Dorf Marcinkonys ist die hübsche gelbe Holzkirche neben dem Friedhof. Sie wurde 1770 erbaut, brannte 1878 ab und wurde 1880 wiederaufgebaut.

Holzkirche in Marcinkonys, Sehenswürdigkeiten Dzukija-Nationalpark
Beeindruckende Holzkirche in Marcinkonys

Roadtrip durch den Dzūkija-Nationalpark

Wir setzen unseren Roadtrip durch den Dzūkija-Nationalpark fort. Von Marcinkonys fahren wir nach Norden Richtung Merkinè. Auf dem Weg stoppen wir an einem Aussichtsturm (Puvočių apžvalgos bokštas) bei dem Örtchen Puvočiai. Er steht neben der Straße mitten im Wald. Der Aufstieg belohnt mit einer schönen Aussicht über die Baumwipfel des Dzūkija-Nationalparks und den kleinen Ort.

Blick vom Aussichtsturm auf Puvočiai, Tipps Roadtrip Südlitauen
Blick vom Aussichtsturm auf Puvočiai

Den nächsten Stopp legen wir einige Kilometer weiter nördlich bei Roduka ein. Hier folgen wir einem kurzen Wanderweg hinab ans Ufer des Flusses Merkys, wo eine abenteuerliche Hängebrücke auf die andere Seite führt. Einige Bretter sind schon etwas lose oder fehlen komplett, insgesamt macht die Brücke aber noch einen ganz guten Eindruck, sodass wir uns hinauf wagen.

Wackelige Hängebrücke im Dzūkija-Nationalpark
Wackelige Hängebrücke

Vogelbeobachtungsturm an der Memel in Merkinè

Als nächstes erreichen wir Merkinè im Zentrum des Dzūkija-Nationalparks. In dem Ort warten gleich drei Sehenswürdigkeiten auf uns: ein Vogelbeobachtungsturm an der Memel, ein Burghügel und eine mystische Pyramide. Erstes Highlight ist der riesige Aussichtsturm (Merkinės apžvalgos bokštas) direkt an der Memel. Mehrere Infotafeln informieren über den Fluss und die hier lebenden Vogelarten. Die Aussicht über die Memel (Litauisch: Nemunas) und eine Insel im Fluss, auf der Kühe weiden, ist wunderschön. Im Wasser sind viele Schwäne mit ihrem flauschig grauen Nachwuchs und große Trupps Enten unterwegs, am Ufer stehen Reiher auf der Lauer und sogar ein Adler kreist über uns durch die Lüfte.

Blick auf die Memel in Merkinè, Tipps Dzūkija-Nationalpark Litauen
Aussicht auf die Memel
Blick vom Vogelbeobachtungsturm auf den Parkplatz und den Wald am Memelufer
Blick vom Vogelbeobachtungsturm auf den Parkplatz und den Wald am Memelufer

Lehrpfad Ilgabalės pažintinis takas

Auf der Karte entdecken wir einen Lehrpfad im nördlichen Teil von Merkinè. Wir lassen die Häuser hinter uns und wandern über Felder zu einem kleinen Teichgebiet. Leider sind sowohl das Ufer als auch der angelegte Holzbohlenweg fast komplett zugewachsen. Schade, dieser Lehrpfad hat wohl die besten Zeiten hinter sich und wird nicht mehr gepflegt. Eigentlich soll man hier verschiedene Froscharten, Kröten und Lurche beobachten können. Wir entdecken unterwegs immerhin einige Enten, Singvögel und einen Adler.

Zugewachsener Lehrpfad, Merkinè
Zugewachsener Lehrpfad

Aussicht vom Burghügel in Merkinè

Im Gegensatz zum Lehrpfad sehr zu empfehlen ist ein Spaziergang auf den Burghügel (Merkinės piliakalnis) direkt an der großen Brücke, die über die Memel führt. Eine Holztreppe führt hinauf auf den grünen Hügel. Oben steht ein verzierter Holzthron, der wohl an die Geschichte dieses Ortes erinnern soll. Die ehemalige Burg wurde bereits 1377 erwähnt, als die Kreuzritter versuchten, sie einzunehmen. Heute genießt man von hier eine wunderschöne Aussicht auf die Memel und die Mündung des Merkys. In die andere Richtung schaut man zurück auf den Ort, der auf einem grün bewachsenen Nachbarhügel liegt. Dazwischen plätschert ein kleiner Bach. Wir kommen uns fast vor wie ins grüne Auenland der Hobbits versetzt.

Burghügel Merkinės piliakalnis, schöne Orte Dzūkija-Nationalpark Litauen
Aussicht vom Burghügel in Merkinė
Thron auf dem Burghügel, Sehenswürdigkeiten Dzūkija-Nationalpark
Thron auf dem Burghügel

Pyramide von Merkinè

Im Dorf Cesukai bei Merkinè befindet sich ein spiritueller Ort mit einer Pyramide. Sie wurde 2002 von Povilas Zekas im Auftrag von Gott erbaut – so heißt es jedenfalls – und 2009 mit einer Glaskuppel überbaut. Viele Menschen pilgern hierher in der Hoffnung, durch Gott geheilt zu werden oder um sich das kostenlose „energiegeladene“ Wasser abzufüllen. Ein Schild am Parkplatz gibt Infos dazu. Wir stehen dem Ganzen eher skeptisch gegenüber, finden diesen skurrilen Ort aber durchaus interessant, zumal es nur ein kurzer Abstecher von Merkinè ist.

Merkinè Pyramide, Sehenswürdigkeiten Dzūkija-Nationalpark Litauen
Pyramide von Merkinè
Merkinè Pyramide, Sehenswürdigkeiten Dzūkija-Nationalpark Litauen
Glaskuppel

Dzūkija-Nationalpark: Barockes Kloster in Liškiava

Eine weitere Sehenswürdigkeit auf unserer Litauen Reise durch den Dzūkija-Nationalpark ist das rosafarbene Kloster in Liškiava. Majestätisch erhebt es sich über der Memel und strahlt uns in der Sonne schon bei der Anfahrt entgegen. Auf dem Gelände des Dominikanerklosters steht auch die hübsche spätbarocke Dreifaltigkeitskirche, die zwischen 1704 und 1720 erbaut wurde. Liškiava gehörte übrigens für kurze Zeit zu Neuostpreußen und war damit die am östlichsten gelegene Gemeinde in Preußen.

Kloster in Liškiava, Sehenswürdigkeiten Dzūkija-Nationalpark Südlitauen Rundreise
Kloster in Liškiava

Sehenswürdigkeiten im Kurort Druskininkai

Von Liškiava fahren wir weiter nach Druskininkai. Die Stadt liegt im südlichsten Winkel Litauens, in der Nähe der Grenze zu Weißrussland und Polen. Druskininkai ist ein Kurort, das Klima soll hier sogar noch gesünder sein als in Davos. So ist es nicht verwunderlich, dass es hier mehrere Sanatorien und Kurhäuser gibt. Den Namen verdankt Druskininkai der salzhaltigen Mineralquelle. Druska ist das litauische Wort für Salz. Von Kiefernwäldern umgeben liegt der Kurort am Ufer der Memel und punktet mit schönen Parkanlagen. Wir machen einen Spaziergang an der Promenade des Druskonis-Sees, vorbei an Enten und bunten Tretbooten. Sehenswert sind außerdem die hübsche blaue russisch-orthodoxe Kirche auf dem Freiheitsplatz und die beeindruckende neogotische Kirche der Heiligen Jungfrau Maria

Russisch-orthodoxe Kirche, Sehenswürdigkeiten Druskininkai
Eine der Sehenswürdigkeiten in Druskininkai: russisch-orthodoxe Kirche auf dem Freiheitsplatz
Spaziergang am Druskonis-See
Spaziergang am Druskonis-See
Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, Sehenswertes Druskininka Litauen
Kirche der Heiligen Jungfrau Maria
Spaziergang durch Druskininkai
Spaziergang durch Druskininkai

Skulpturenpark von Grūtas

Eine etwas skurrile Sehenswürdigkeit im Süden von Litauen ist der Skulpturenpark von Grūtas. Er liegt in der Nähe von Druskininkai am Ufer des Grūtas-Sees. In dem Freilichtmuseum stehen 87 Skulpturen und Denkmäler aus der Zeit der sowjetischen Besatzung Litauens. Infotafeln berichten über die Geschichte und die Greueltaten. Errichtet wurde der Skulpturenpark von Grūtas von dem litauischen Unternehmer Viliumas Malinauskas, der 2001 für sein Werk den Anti- Nobelpreis erhielt. Bereits am Eingang zum Skulpturenpark kann man einen Wachturm sowie den Nachbau eines Viehwagons, der zum Transport der Deportierten verwendet wurden, sehen.

Skulpturenpark von Grūtas, Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele Südlitauen
Skulpturenpark von Grūtas
Wagon am Einganz zum Skulpturenpark Grutas, Sehenswertes Litauen
Wagon am Eingang zum Skulpturenpark

Übernachten im Dzūkija-Nationalpark

Wir haben während unseres Roadtrips durch den Dzūkija-Nationalpark im Süden von Litauen in der gemütlichen Vila Ūla übernachtet. Das Hotel liegt direkt an dem malerischen See Burokaraisčio, nur wenige Kilometer von der Hauptstraße A4. Unsere Ferienwohnung hat einen Balkon mit seitlichem Seeblick. Außerdem ist sie mit einer Küchenzeile ausgestattet und verfügt über eine Heizung (bei einer Reise im Herbst definitiv von Vorteil!). Wir haben uns dort rundum wohlgefühlt. Bei gutem Wetter hätten wir auch die kostenlosen Kajaks und Ruderboote am Privatstrand der Vila Ūla nutzen können.

Vila Ūla, Übernachtungstipp Dzūkija-Nationalpark Litauen
Boote am Privatstrand der Vila Ūla

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2 Kommentare zu „Dzūkija-Nationalpark – Reisetipps für Litauens Süden“

  1. Litauen eiin herrliches wunderschönes Land. Bei einer Kreuzfahrt vor 4 Jahren habe ich es zum ersten Mal bei einem Kurzbesuch besucht. Im Jahr 2024 werde ich mir dieses Land bestimmt mit dem Auto einige Wochen näher ansehen. Auch auf die Menschen die hier leben freue ich mich ganz besonders.

    1. Da hast du ja ein schönes Reiseziel für 2024! Wir waren im Oktober insgesamt 10 Tage in Litauen und es hat uns super gut gefallen. Es werden wohl auch noch weitere Reiseberichte dazu auf unserem Blog folgen.
      Liebe Grüße!

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