Elegante Basstölpel, hübsche Papageitaucher und die entzückenden blonden Igel erwarten uns auf Alderney. Außerdem punktet die Kanalinsel mit wunderschöner Landschaft, einsamen Stränden, einem fotogenen Leuchtturm und den geheimnisvollen Wombles. Im Gegensatz zu den größeren und deutlich bekannteren Kanalinseln Jersey und Guernsey, wo es in der Saison sehr voll werden kann, ist es auf Alderney herrlich entspannt und friedlich. Die Insel ist unser Geheimtipp für Natur- und Tierfreunde, die hier voll auf ihre Kosten kommen. Uns jedenfalls hat Alderney total verzaubert.

Inhaltsverzeichnis
- 1 Anreise nach Alderney
- 2 Vogelbeobachtung auf Alderney: Die Basstölpel von Les Etacs
- 3 Papageitaucher auf der Insel Burhou
- 4 Alderney: Wandern auf dem Coastal Path
- 5 Alderney Sehenswürdigkeiten in Saint Anne
- 6 Führung des Wildlife Trusts: Fledermäuse und blonde Igel
- 7 Tipp: Radtour auf Alderney
- 8 Sehenswürdigkeiten im Osten der Insel: Leuchtturm und Bahnhof
- 9 Alderney Insidertipp: Auf der Suche nach den Wombles
- 10 Tipp zum Übernachten auf Alderney
- 11 Noch mehr inspirierende Reiseberichte auf unserem Blog


Anreise nach Alderney
Schon die Anreise zur Kanalinsel Alderney ist ein kleines Abenteuer. Du hast die Wahl zwischen Fähre und Flugzeug, beide sehr klein. Allein dadurch ist ein Touristenansturm schon ausgeschlossen. Einfach herrlich! Die kleine Fähre von Alderney Ferry Services ab Guernsey hat Platz für 12 Passagiere und erinnert uns sehr an die kleinen Personenfähren zwischen den Galapagosinseln. Auch die winzigen Inselflieger von Aurigny Airlines bieten nicht viel mehr Platz (19 Sitze). Rechtzeitiges Buchen ist also empfehlenswert. Wir wählen für die Anreise nach Alderney die Fähre ab Guernsey. Bei bestem Wetter genießen wir auf der Überfahrt die schöne Aussicht auf die verschiedenen Inseln im Ärmelkanal, darunter auch die Insel Herm, die wir auf einem Tagesausflug erkundet haben. Kurz vor Alderney entdecken wir die ersten Basstölpel, die durch die Luft sausen. Auch ein paar Trottellummen können wir in den Wellen entdecken.

Für die Rückreise entscheiden wir uns für den Inselflieger. Die Aussicht aus der kleinen Propellermaschine auf das Meer und die Inseln ist atemberaubend. Viel zu schnell geht der kurze Flug vorbei.


Vogelbeobachtung auf Alderney: Die Basstölpel von Les Etacs
Auf einer Bootstour mit dem Alderney Wildlife Trust geht es für uns zu den kleinen vorgelagerten Inseln, auf denen zahlreiche Seevögel brüten. Die Tour startet im Hafen mit einer kleinen Einweisung. Dann geht es los mit wunderschöner Aussicht auf die Küste von Alderney und die vielen alten Burgen und Überbleibsel aus dem 2. Weltkrieg. Unser erstes Ziel ist die Basstölpelkolonie auf den Felsen von Les Etacs. Auch wenn die Kolonie viel kleiner ist als auf dem bekannteren Bass Rock in Schottland, ist es doch immer wieder beeindruckend, die eleganten Basstölpel aus der Nähe zu sehen und sie bei ihren gekonnten Flugmanövern zu beobachten. Sogar ein paar Jungvögel können wir auf dem Brutfelsen entdecken und auch einige Trottellummen haben sich zwischen die Tölpel gemogelt.


Papageitaucher auf der Insel Burhou
Als nächstes besuchen wir auf unserem Bootsausflug vom Alderney Wildlife Trust die kleine Insel Burhou. Dort befindet sich die größte Papageitaucherkolonie der Kanalinseln. Die Anzahl der hübschen Vögel ist leider sehr zurückgegangen. Inzwischen brüten hier nur noch etwa 200 Paare. Auch Eissturmvögel, Krähenscharben, Kormorane und verschiedene Möwenarten nutzen Burhou zum Nisten. An Land gehen dürfen wir auf der Insel nicht, da sie zum Schutz der Vögel von Mitte März bis Ende Juli für Besucher gesperrt ist. Dafür sehen wir vor der Insel aber jede Menge Papageitaucher im Wasser dümpeln. Einige haben sogar Fische im Schnabel gebunkert, um damit später ihren Nachwuchs zu füttern. Viel zu schnell ist unsere Zeit mit den Puffins vorbei und wir fahren zurück zum Hafen von Alderney.


Tipp: Super Orte um Papageitaucher zu sehen sind Schottland (u. a. auf der Isle of May), die Färöer Insel Mykines, Island (u. a. auf der Insel Grímsey) und Spitzbergen.
Alderney: Wandern auf dem Coastal Path
Bei bestem Wetter starten wir an unserem ersten Tag auf Alderney zu einer Rundwanderung um den Westen der Insel. Von unserem Hotel im Hafen wandern wir zunächst bergauf durch den Ort Saint Anne und dann weiter nach Süden bis zur Küste. Dort stoppen wir beim Alderney Wildlife Trust Bunker und schauen uns die interessanten Infoschilder zur Tierwelt auf Alderney an. Anschließend folgen wir dem Coastal Path an der wunderschönen Steilküste entlang. Unterwegs können wir einige Seevögel beobachten.


Durch schöne Landschaft und am Telegraph Tower vorbei führt uns der Küstenweg in die Nähe der Basstölpelkolonie Les Etacs, die wir schon vom Boot aus gesehen haben. Hier können wir die Vögel solange beobachten wir wir wollen, sind allerdings auch deutlich weiter weg als auf der Bootstour. Gut, dass wir unser Fernglas dabeihaben!


Durch schöne Heidelandschaft wandern wir anschließend bergab zum Fort Clonque, das leider nicht öffentlich zugänglich ist. Am Clonque Bay Beach vorbei geht es weiter zu den Ruinen der Festung Fort Tourgis. Wir können dem Lost Place Charme nicht widerstehen und gehen auf Entdeckungstour durch die Ruinen.



Anschließend wandern wir am Platte Saline Strand vorbei zum Fort Doyle, bewundern die Kunstwerke an der Crabby Bay und sind kurz darauf zurück am Hafen.


Alderney Sehenswürdigkeiten in Saint Anne
Saint Anne ist mit etwa 2000 Einwohnern der Hauptort der Insel und gleichzeitig auch die einzige Ortschaft von Alderney. Zu den Sehenswürdigkeiten von Saint Anne gehören die hübsche St Anne’s Kirche, das Alderney Museum mit dem Uhrenturm und dem Queen Victoria Briefkasten, der kleine Bahnhof und der Hafen im Ortsteil Braye. Sogar ein kleines Kino gibt es im Ort. Es macht aber auch Spaß, sich einfach durch die urigen Altstadtgassen treiben zu lassen.




Etwas außerhalb vom Ort, aber ebenfalls sehenswert, ist die alte Wassermühle. Sie gehört zu den historischen Sehenswürdigkeiten von Alderney und ist eins der ältesten Gebäude der Insel.

Führung des Wildlife Trusts: Fledermäuse und blonde Igel
Gespannt treffen wir uns zur Dämmerung beim kleinen Büro des Alderney Wildlife Trusts mit unserem Guide zur Fledermaus- und Igel-Führung. Bevor es losgeht, bekommen die Teilnehmer einige Infos zu den Tieren und einen Fledermaus-Detektor ausgehändigt. Dadurch ist es uns möglich, die Laute der Fledermäuse, die für Menschen eigentlich nicht wahrnehmbar sind, zu hören. Dann geht es los durch das nächtliche Saint Anne. Bei der Kirche können wir die ersten Fledermäuse hören und über uns durch die Dämmerung flattern sehen. Großartig! Auch einen Igel entdecken wir dort, allerdings einen „normalen“. Später auf der Tour haben wir mehr Glück und können auch ein paar der blonden Igel beobachten. Einfach entzückend, die kleinen Tiere! Ihre Farbe verdanken die blonden Igel einem rezessiven Gen. Dadurch sind sie besonders in der Nacht schlechter getarnt und damit besser sichtbar für Fressfeinde, die es aber auf der kleinen Insel Alderney zum Glück nicht gibt. Und beim nächtlichen Überqueren von Straßen ist ihre helle Farbe eher ein Vorteil, da sie besser gesehen werden. So konnte sich auf Alderney eine stabile Population der niedlichen blonden Igel entwickeln.


Tipp: Radtour auf Alderney
Die Insel Alderney lässt sich super mit einem Fahrrad erkunden. Wir mieten uns Räder im Zentrum von Saint Anne und starten motiviert auf unsere Radtour. Wir verlassen den Ort Richtung Osten und passieren schon bald eine riesige Papageitaucher-Statue. Dann machen wir einen Abstecher bergauf zum Essex Castle. Wir genießen den schönen Weitblick und entdecken auf einer kurzen Wanderung an der Steilküste sogar eine Provencegrasmücke. Anschließend schauen wir uns die Überreste des Roman Forts an.




Zu Fuß geht es anschließend vom Longis Strand über den Raz Causeway zum Fort Île de Raz. Das Fort kann man nicht besichtigen, der Spaziergang lohnt sich aber wegen der schönen Aussicht und auch einige Vögel wie Möwen, Reiher und Austernfischer kann man hier beobachten.


Sehenswürdigkeiten im Osten der Insel: Leuchtturm und Bahnhof
Anschließend umrunden wir mit unseren Rädern die Ostspitze der Insel. Immer mit Blick aufs Meer geht es an mehreren alten Forts vorbei zum Leuchtturm, dem weiß-schwarz-gestreiften Quesnard Lighthouse.

Es folgt ein Abstecher zum Bahnhof an der Mannez Quarry Railway Station. Ein Pfad führt von hier auch zur Miniature Railway, von wo der Leuchtturm wieder in Sicht ist.


Weiter geht es auf unserer Radtour an der Nordküste der Insel zum wunderschönen Corblets Beach mit dem Fort Corblets. Wir radeln am Campingplatz vorbei zum Saye Strand. Ein anstrengender Anstieg auf der Straße zum Fort Albert belohnt uns mit einer grandiosen Aussicht auf die Braye Bucht, den Hafen und Saint Anne.


Alderney Insidertipp: Auf der Suche nach den Wombles
Die Wombles sind niedliche Statuen, die über die ganze Insel verteilt stehen. Das Motto der Wombles, fiktive Figuren, die von der Kinderbuchautorin Elisabeth Beresford erfunden wurden, ist „Make Good Use of Bad Rubbish“. Bereits in den 1970er Jahren haben sie sich dem Recyclen von Müll gewidmet und waren damit ihrer Zeit weit voraus. Begeistert begeben wir uns auf die Suche nach den Wombles und geben nicht auf, bevor wir auch den letzten aufgespürt haben. Bereit für die Challenge? Du hast alle gefunden, wenn du Madame Cholet (am Hafen), Great Uncle Bulgaria (am Flughafen), Tobermory (am Mannez Bahnhof) und Alderney (Clonque) sowie der Flüsterbank auf dem Butes Spielplatz und dem blonden Igel, der ein Womble Buch liest, begegnet bist.




Tipp zum Übernachten auf Alderney
Wir haben auf Alderney im Braye Beach Hotel übernachtet. Das Hotel liegt direkt am wunderschönen Sandstrand Braye Beach und nur wenige Meter vom Hafen entfernt, wo die Fähre von Guernsey anlegt und die Bootstouren vom Wildlife Trust starten. Das Frühstücksbuffet ist super vielfältig und total lecker. Wir haben uns dort rundum wohlgefühlt. Noch dazu haben wir als Gäste des Hotels 20 % Rabatt auf die Ausflüge mit dem Alderney Wildlife Trust bekommen.



Uns hat Alderney auf unserem Kurztrip mit seiner schönen Natur und der tollen Tierwelt total verzaubert. So eine schöne Insel, wir werden bestimmt nochmal wiederkommen.

Noch mehr inspirierende Reiseberichte auf unserem Blog
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Redakteurin, Autorin und Mitgründerin des Reiseblogs Travelinspired. Immer zu begeistern, wenn es irgendwo Tiere in freier Wildbahn zu sehen gibt. Besonders liebt sie das Gefühl von Freiheit auf Roadtrips, atemberaubende Landschaften zu entdecken und beim Wandern in die Natur einzutauchen.



