Soulac-sur-Mer, das nördlichste Seebad an der französischen Côte d’Argent in Nouvelle-Aquitaine, strahlt den Charme längst vergangener Zeiten aus. Zauberhafte alte Villen im neokolonialen Stil prägen den historischen Ortskern und sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre. Neben dem traumhaften Sandstrand locken zahlreiche Ausflugsziele in der Umgebung wie die Maison de Grave, der familiengeführte Eselhof Culture d’âne oder die Austernhäfen mit ihren urigen Fischerhütten an der Gironde-Mündung. Besonders Port de Talais, Port de Saint-Vivien-du-Médoc und die Gegend am Phare de Richard haben uns begeistert.


In diesem Reisebericht geben wir dir Tipps für Soulac-sur-Mer und schöne Ausflugsziele in der Umgebung.
Inhaltsverzeichnis


Historische Villen in Soulac-sur-Mer
Verspielte Holzschnitzereien, Balkone und Türmchen zieren die zahlreichen alten Villen im Stadtkern von Soulac-sur-Mer, was dem charmanten Badeort auch den Beinamen „Stadt der 500 Villen“ eingebracht hat. Auf einem Rundgang kannst du die hübschen Backsteinbauten näher erkunden und dabei ins Ende des 19. Jahrhunderts eintauchen, als bereits Sommergäste per Bahn von Bordeaux nach Soluac-sur-Mer reisten. In der Touristeninformation bekommst du einen Flyer für deine Stadterkundung, auf dem besonders sehenswerte Villen markiert sind.


Eine weitere Sehenswürdigkeit von Soulac-sur-Mer ist die Basilika Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres. Über 300 Jahre war die heute wieder freigelegte Kirche unter Sand begraben. Sie entstand im 11. Jahrhundert und spielte eine wichtige Rolle für Pilger auf dem Jakobsweg, die von Soulac-sur-Mer ihre Reise nach Santiago de Compostela antraten. Heute zählt die Basilika als Teil des Jakobswegs zum UNESCO-Welterbe.

Ausflugsziele ab Soulac-sur-Mer: Austernhäfen an der Flussmündung der Gironde
Malerische Häfen mit Fischerhütten auf Stelzen prägen die Landschaft des Médoc Atlantique an der Flussmündung der Gironde. Wie aus der Zeit gefallen erscheinen diese charmanten Relikte aus der Vergangenheit. Wir sind ganz verzaubert von den alten Fischerhütten aus Holz, die tolle Fotomotive abgeben.

Port de Talais: blau-weiße Bilderbuchkulisse
Im Herzen der Sümpfe des Médoc versteckt sich ein echtes Juwel: der ehemalige Austernhafen Port de Talais. Malerisch reihen sich hier weiß-blaue Hütten am Kanal de Talais aneinander, eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Ein kleines Museum zeigt die Werkzeuge der Austernfischer, während man in einem der Restaurants lokalen Fisch genießen kann. Ein blühendes Feld voller Sonnenblumen macht die Idylle perfekt. Bei der Anfahrt entdecken wir sogar ein Rothuhn mit einem niedlichen Küken.



Ausflugstipp: Holzhütten in Port de Saint-Vivien-du-Médoc
Ganz anders aber genauso sehenswert ist Port de Saint-Vivien-du-Médoc mit seinen auf Stelzen gebauten Holzhütten. Auch hier lohnt sich unbedingt ein Fotostopp. Wenn du dich für Vögel interessierst, solltest du unterwegs zwischen den Häfen unbedingt die Augen offenhalten. Wir sehen Störche, Schwarzmilane und Gleitaare durch die Luft segeln, während Kuhreiher anmutig über eine Wiese mit Rindern stelzen.



Übrigens gibt es an der Mündung der Gironde auch eine Bienenfresser-Kolonie, die wir begeistert beobachtet haben. Super, wie viele interessante Vogelarten man im Médoc Atlantique entdecken kann!

Phare de Richard an der Gironde
Ein weiteres Ausflugsziel an der Gironde in der Nähe von Soulac-sur-Mer ist der Leuchtturm Phare de Richard mit seinem angeschlossenen Museum. Leider sind wir außerhalb der Öffnungszeiten hier und müssen uns so die Aussicht von seinem 18 Meter hohen Turm auf die Umgebung entgehen lassen. Aber auch so lohnt sich ein kleiner Spaziergang am Phare de Richard. Denn auch hier schmücken wieder fotogene Fischerhütten auf Stelzen (Carrelets genannt) das Ufer der Gironde.

Besuch auf dem Eselhof Culture d’âne
Culture d’âne ist ein liebevoll geführter Bauernhof in Jau-Dignac-et-Loirac, auf dem neben Eseln auch weitere Tiere aus dem Tierschutz ein neues Zuhause gefunden haben, darunter Lamas, Alpakas, Schweine und Rinder. Neben Ausritten auf Eseln für Kinder und Wanderungen mit Eseln werden hier unter anderem auch tiergestützte Therapien angeboten. Wer mag, kann mit seinem Camper oder Wohnmobil auf den Stellplätzen auf dem Hof in direkter Nachbarschaft zu den Tieren übernachten. Im Hofladen werden selbst hergestellte Produkte wie Marmelade und Sirup aus eigenem Obst, Bier und Seife verkauft. Auch ein kleines Restaurant ist vorhanden, Reservierung erwünscht. Wirklich beeindruckend, was Caroline und ihr Mann dort mit viel Herzblut aufgebaut haben! Kontaktdaten findest du auf Facebook.


Maison de Grave: Cooles Zentrum für Kunst, Natur und Umweltbildung
Die Maison de Grave an der Pointe du Médoc diente ursprünglich als Stützpunkt im Kampf gegen die Küstenerosion. Auch heute noch ist die Maison de Grave durch das Kulturerbe eng mit dieser Geschichte verbunden ist. Mit Hilfe von Kunstaustellungen, Workshops, Vorträgen und Ausflügen in die Natur sollen die Besucher hier für Natur- und Umweltthemen sensibilisiert werden (Infos auf Französisch, Instagram).


Das Gelände ist frei zugänglich, so dass man den weitläufigen Wald und die Strände jederzeit auf eigene Faust erkunden kann. Wanderer, Reiter und Radfahrer können die Mason de Grave zudem als Herberge nutzen. Im zur Maison de Grave gehörenden Café Guinguette de Paupiette kann man regionale Speisen aus dem Médoc genießen und sich so nach einem Ausflug in die schöne Natur stärken. Auf herrlich schattigen Waldwegen streifen wir durch das Gebiet, erkunden den naturbelassenen Strand und entdecken den zwischen Bäumen verborgenen Phare Saint Nicolas.


Hourtin: Ausflugstipp ab Soulac-sur-Mer
Natur pur findest du auch in der Gegend von Hourtin. Neben dem endlosen, naturbelassenen Sandstrand Hourtin Plage wartet hier mit dem See von Hourtin-Carcans der größte natürliche Süßwassersee Frankreichs auf dich, perfekt zum Baden und für zahlreiche Wassersportaktivitäten. Schön angelegt ist auch der Naturlehrpfad an der Lagune de Contaut. Rohrdommel und Co sollen hier leben. Viele Vögel haben wir leider nicht entdeckt, aber auch so hat uns der Spaziergang über den Holzbohlenweg Spaß gemacht.



Übernachten in Soulac-sur-Mer
Übernachtet haben wir in Soulac-sur-Mer im Hotel Michelet Plage, einer Backsteinvilla aus dem 19. Jahrhundert, die sehr zentral und nur wenige Meter vom Strand und dem tosenden Atlantik entfernt liegt. Von unserem Balkon konnten wir über die roten Dächer von Soulac-sur-Mer schauen. Morgens gibt es ein leckeres Frühstücksbuffet. Den Rest des Tages darf man die kleine Küche und den Kühlschrank mitbenutzen. Wasserspender und Kaffeemaschine stehen ebenfalls den ganzen Tag zur Verfügung.

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Offenlegung: Herzlichen Dank an die Region Nouvelle-Aquitaine und an Médoc Atlantique für die Einladung zu dieser Recherchereise. Unsere persönliche Meinung bleibt davon unbeeinflusst, authentische Reiseberichte sind das Herz von Travelinspired.

Redakteurin, Autorin und Mitgründerin des Reiseblogs Travelinspired. Kathrin ist reiseverrückt, abenteuerlustig und absoluter Tierfan. Sie liebt es, in der Natur unterwegs zu sein und beim Wandern, Paddeln oder Radfahren nach Tieren Ausschau zu halten. Ihr Herz schlägt besonders für die polaren Regionen, aber auch Zuhause in Hamburg geht sie gern auf Entdeckungstour.



