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Rom, die Heilige Stadt

Ich bin geflasht! Rom, die Heilige Stadt. Lebendes, pulsierendes Museum. Atmende Geschichte an jeder Straßenecke. Klar, ich wusste, dass Rom beeindruckend ist. Aber die Realität übertrifft meine Erwartungen bei Weitem!

Es dämmert schon, als wir uns auf Erkundungstour begeben. Und vielleicht ist es grade diese besondere Abendstimmung, die den Ausschlag gibt. Alte Gemäuer wie das Forum Romanum, mit Strahlern in romantisches Licht getaucht. Laue Sommerluft. Der chaotische Verkehr des Tages abgeebbt. Ich fühle mich in eine andere Zeit, ein anderes Universum versetzt. Das Kolosseum ragt vor uns auf. Fast kann ich den Lärm der Gladiatorenkämpfe hören, die zu Zeiten Cäsars in der Arena abgehalten wurden. Mein Herz schlägt aufgeregt schneller bei dem Gedanken, diesen einzigartigen Ort in den nächsten Tagen zu betreten und genauer unter die Lupe zu nehmen.

Rom

Wir lassen uns weiter durch die Gassen treiben. Geniessen ein leckeres, typisch italienisches Abendessen. Und könnten fast zerspringen vor Glück. Rom, an diesem Abend bist du einfach perfekt!

Der Vatikan: Zu Besuch im kleinsten Staat der Welt

Am nächsten Morgen geht es gleich als erstes Richtung Vatikan. Eine Freundin, die mehrere Stunden vor dem Petersdom Schlange stand, hatte uns gewarnt. Und so gehören wir zu den Ersten, die an diesem Morgen auf dem Petersplatz eintrudeln. Die langen Absperrgitter sind noch ganz verwaist. So gelangen wir zügig durch die Sicherheitsschleuse und stehen schon wenig später im Inneren des Petersdom. Wahnsinn, diese Größe und Erhabenheit. Es gibt viel zu Gucken und Staunen bei all den Details.

Petersplatz

Wenig später machen wir uns an den Aufstieg in die Kuppel. Auch hier ist noch erstaunlich wenig los, als wir uns durch die engen Gänge und schmalen Wendeltreppen Stück für Stück nach oben schrauben. Teilweise im Einbahnstraßensystem, so eng ist es. Oben angekommen werden wir für unsere Mühen belohnt. Die Aussicht ist gigantisch. Wir blicken über ganz Rom. Unter uns das Gelände des Vatikans samt seiner berühmten Gärten. Und der Petersplatz, inzwischen ziemlich bevölkert. Dahinter der Tiber, die Engelsburg, zahlreiche Piazzas und natürlich jede Menge Sehenswürdigkeiten.

Auf dem Rückweg herrscht schon fleißig Gegenverkehr. Darunter ein Gruppe Nonnen, die sich kichernd an uns vorbeischiebt. Schließlich stehen wir wieder auf dem Petersplatz. Grade rechtzeitig, um uns uns die Wachablösung der Schweizer Garde anzuschauen. Nach einem kurzen Besuch der Vatikanischen Post, kehren wir dem kleinsten Staat der Welt den Rücken und stürzen uns in Roms Straßengetümmel.

Engelsburg am Tiber

Engelsburg am Tiber

Roms Großverdiener: Der Trevi-Brunnen

Nachdem wir in einem kleinen Straßenrestaurant die weltbesten Gnocci Gorgonzola gegessen haben, lassen wir uns weiter durch diese unglaubliche Stadt treiben. Schließlich landen wir bei dem berühmten Trevi-Brunnen mit seinen beeindruckenden Statuen aus Meeresgestalten. In ihrer Mitte thront der Meeresgott Oceanus. Das fließende Wasser rauscht laut. Fast könnte man meinen, am Meer zu stehen.

Romantische Stimmung kommt hier jedoch nicht auf. Tourimassen drängen sich um die Umrandung des Trevi-Brunnens. Jeder möchte ein tolles Foto ergattern und eine Münze in den Brunnen werfen, um sich etwas zu wünschen. Geschätzt kommen so unglaubliche 600.000 Euro im Jahr zusammen. Die Stadt Rom fischt die Münzen aus dem Brunnen und spendet sie gemeinnützigen Einrichtungen. Ein wahrer Großverdiener und Wohltäter dieser Trevi-Brunnen.

Veni, vidi, vici.

Rom ist die Stadt von Julius Cäsar. Das dachte ich jedenfalls als Kind, als ich Rom nur aus meinen Asterix & Obelix Heften kannte. Kindliche Früherziehung in Sachen römischer Geschichte. Cäsars wohl berühmtestes Zitat ist mir jedenfalls immer noch im Kopf. Veni, vidi, vici. Ich kam, ich sah, ich siegte. Auch jetzt, während ich durch Rom laufe und an jeder Ecke die Geschichte atmen höre. Die Stimmung in dieser Stadt ist wirklich einzigartig. Über 2.700 Jahre Geschichte ballen sich hier auf kleinstem Raum.

Sonntagsvergnügen im Park

Wir schlendern eine topmoderne Einkaufsstraße entlang, voll mit großen italienischen Modelabels, bis zur Spanischen Treppe, ab 1723 auf Geheiß von Papst Innozenz XIII erbaut. Weiter geht es über die Piazza del Popolo die Treppen hinauf zum Park der Villa Borghese. Oben angekommen genießen wir die Aussicht über die Stadt samt Petersdom. Der Park liegt im Herzen Roms und ist bei den Einheimischen anscheinend sehr beliebt als Naherholungsgebiet.

Es ist Sonntag. Entsprechend viel ist heute los. Um uns herum wird Go-Kart und Fahrrad gefahren, im Slalom um aufgestellte Flaschen geskatet, geslaglinet und gepicknickt. Die älteren Semester gehen gemäßigten Schrittes spazieren, entspannen auf einer Parkbank oder besuchen die Ausstellung in der Galleria Borghese. Es ist schön, nicht nur auf historischer Entdeckungsreise unterwegs zu sein, sondern auch einen Einblick in das ganz normale Leben der Römer von heute zu bekommen. So lassen wir den Tag entspannt ausklingen.

Das Kolosseum: Auf zu den Gladiatoren

Früh am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum Kolosseum. In mir kribbelt es schon. Ich kann es kaum erwarten diesen sagenumwobenen Ort zu betreten, in dem früher vor tosendem Publikum Wagenrennen und Gladiatorenkämpfe stattfanden. Aufregend und gruselig zugleich.

Dank meiner Ungeduld kommen wir zu früh an und müssen noch einige Minuten im kühlen Morgenschatten ausharren, bevor es ins Innere geht. Wir sind allerdings nicht die Ersten. Eine deutsche Familie, zwei japanische Backpacker und einige Inder haben schon eine ordentliche Warteschlange gebildet, in die wir uns brav einreihen. Eine ungeduldige Vorfreude liegt in der Luft.

Während wir warten tauchen die ersten Gladiatoren auf. Keine echten Kämpfer, die sich Tod oder Verletzungen aussetzen. Sondern Möchte-Gern-Gladiatoren, die stattdessen im Kampf mit fotowütigen Touristen bestehen müssen. Auch eine Herausforderung.

Schließlich sind wir drin. Im dunklen Ring, der sich um die Arena zieht. Schnell über die von Millionen Füßen glatt getretenen Stufen nach oben. Raustreten ins Sonnenlicht. Und die Luft anhalten. Gänsehautalarm. Von der Morgensonne angestrahlt liegt die Arena, das Herz des Kolosseums, vor uns. Samt dem Labyrinth aus Tunneln und Gängen, die früheren Katakomben, die jetzt aber offen liegen und aus der Vogelperspektive bestaunt werden können. Ich lasse den Blick schweifen. Über die Zuschauerränge, auf denen um die 50.000 Römer Platz fanden. Die Seitentore, aus denen früher die wilden Tiere und Gladiatoren in die Arena gelassen wurden. Die Statuen, die teilweise immer noch die Bögen zieren.

Kolosseum

Lasset die Spiele beginnen

Beeindruckend, in was für einer Kulisse die Römer ihre Freizeit verbrachten. Da können unsere lahmen Kino- und Theatersäle von heute nicht mithalten. Andererseits hätte ich den blutrünstigen Spielen von damals nicht beiwohnen wollen. Auch wenn die Gladiatoren nicht nur Sklaven oder verurteilte Verbrecher waren, sondern sich auch abenteuerlustige junge Römer verpflichteten, in der Hoffnung so zu Geld und Ruhm zu kommen. Sklaven konnten durch einen Sieg und mit der Gunst des Publikums sogar die Freiheit erlangen. Zeigte der Daumen der Zuschauer und schließlich des Kaisers nach oben, kam der Gladiator frei, zeigte der Daumen nach unten, wurde er getötet. So zumindest die Überlieferung. Schon gruselig die Vorstellung, dass das Publikum mit über Leben und Tot bestimmen durfte.

Forum Romanum: Das Zentrum der Macht

Als nächstes geht es zum Forum Romanum, der wichtigsten Ausgrabungsstätten des antiken Roms. Eine riesige Anlage, auf der ein beeindruckendes Monument das nächste jagt. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Der Triumphbogen des Septimius Severus, der Tempel des Saturns, die Phokassäule. Und viele, viele mehr.

Im antiken Rom war das Forum Romanum der Mittelpunkt des politischen, wirtschaftlichen und religiösen Lebens. Das Zentrum der Macht. Von hier aus wurde das Imperium aufgebaut. Hier befanden sich die ältesten und ehrwürdigsten Tempel der Stadt. Hier wurden Geschäfte gemacht und zu Gericht gesessen. Heute zeugen nur noch Ruinen von der vergangenen Glanzzeit.

Rom (2)

Erschöpft und mit plattgelatschten Füßen kehren wir zu unserem Hotel im schönen Stadtteil Travestere zurück. Ein letztes Mal das leckere italienische Essen genießen, bevor es am nächsten Morgen auf die Heimreise geht.

Rom, du bist wahrhaft einzigartig! Und hast meine hohen Erwartungen an dich weit übertroffen!

 

Gewusst? Einige interessante Fakten über Rom:

    • Rom wurde der Sage nach am 21. April 753 vor Christus von Romulus gegründet. Jedes Jahr am 21.04. feiert Rom seinen Geburtstag mit Feuerwerken und freiem Eintritt in Museen und Monumente der Stadt.
    • Im Circus Maximus fanden 145.000 Personen Platz, in der Spätantike stieg die Anzahl der Plätze auf 385.000. Zum Vergleich: Das Olympiastadion in Berlin hat etwas unter 75.000 Sitzplätze.
    • Die Vatikanstadt ist ein kurioser Staat. Er ist nicht nur der Kleinste der Welt, sondern auch ein etwas Sonderbarer. Hier gibt es keine Mehrwertsteuer, die Geldautomaten haben eine lateinische Anzeige und Werbung ist hier ausschließlich an Fahrzeugen legal.
    • Im alten Rom wurde das Blut von Gladiatoren gesammelt, zu hohen Preisen verkauft und getrunken. Die Menschen versprachen sich hierdurch eine Heilung von Krankheiten wie Epilepsie.

Mit diesem Artikel nehmen wir an der Blogparade von faszinationeuropa.de zu den Traumzielen Europas teil.

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3 Kommentare zu “Rom, die Heilige Stadt

  1. Pingback: Blogparade - Europäische Traumziele - faszinationeuropa.de

  2. Maria

    Hallo Kathrin,
    danke für den tollen Artikel und dass ich den Beitrag zur Blogparade hinzufügen durfte 🙂
    Viele Grüße
    Maria

    1. Kathrin Autor des Beitrags

      Hallo Maria,

      gerne 🙂 Danke fürs Aufnehmen und viel Spaß nächstes Frühjahr in Rom! Melde Dich gern, falls Du noch Tipps brauchst.

      Viele Grüße
      Kathrin

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