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Mallorca auf eigene Faust – Highlights der Ostküste

Rauhe Felsküste, in verschiedenen blau und türkis Schattierungen schimmerndes Wasser, kleine Fischerorte, alte Burgen und ein grandioses Gebirgspanorama. Mallorca hat weit mehr zu bieten als Badeurlaub, die Hauptstadt Palma oder Party am Ballermann. Die Insel eignet sich perfekt, um auf eigene Faust loszuziehen. Besonders in der Nebensaison geht es hier ruhig und stressfrei zu: keine Touriströme und man findet überall Parkplätze – meistens ab November kostenlos. Da werden sogar die Parkautomaten zugenagelt oder verklebt. Und man kann ungestört die spektakuläre Landschaft genießen! Neben dem Gebirge im Westen von Mallorca hat auch die Ostküste viel zu bieten. Hier kommen unsere Highlights im Osten Mallorcas von Norden nach Süden inklusive einiger Tipps für kurze Wanderungen.

Cala Moltó

Natur pur in der Cala Moltó

Dünen an der Cala Mesquida

Cala Mesquida ist der nördlichste Urlaubsort an der Ostküste von Mallorca. Es gibt dort einen tollen breiten Sandstrand. Und dahinter Dünen, die schließlich in einen Kiefernwald übergehen. Die Dünen sind geschützt und dürfen nur über einen Holzbohlenweg überquert werden. Steigt man vom Ende der Promenade die Stufen in den Ort hinauf, hat man einen schönen Ausblick auf den Strand und die dahinterliegenden Dünen. Von hier kann man zur Cala Torta oder in die andere Richtung zur Cala Agulla wandern.

Blick auf die Cala Mesquida, Mallorca

Blick auf die Cala Mesquida

Die Dünen von Cala Mesquida, Mallorca

Die Dünen von Cala Mesquida

Wasser- und Strandparadies an der Cala Agulla

Türkis bis dunkelblau leuchtendes Wasser und ein langer Sandstrand erwarten dich in der Cala Agulla. Sie ist eine der schönsten Buchten von Mallorca. Cala Agulla liegt neben der deutschen Tourihochburg Cala Rajada. Eine kurze Wanderung vom Nordende des Strandes führt zur idyllischen kleinen Bucht Cala Moltó.

Cala Agulla, Mallorca

Cala Agulla

Mittelalterliche Burg in Capdepera

Schon bei der Anfahrt auf Capdepera ist die über dem Ort thronende Burg kaum zu übersehen. Kein Wunder also das man andersherum von der Burg einen super Ausblick auf die Umgebung und das Meer im Nordosten von Mallorca hat. Falls du also die Burg besuchen möchtest, parkst du am besten beim Rathaus oder der Placa Espanya und machst dich zu Fuß auf den Weg. Alternativ ist auch der Weg mit dem Auto ausgeschildert. Das ist allerdings nur empfehlenswert, wenn du ein wirklich kleines Auto hast. Die Gassen sind sehr schmal. Sie sehen teilweise eher wie eine Fußgängerzone aus. Außerdem gibt es oben kaum Parkplätze. Der Eintritt kostet aktuell 3 Euro pro Person.

Die Burg von Capdepera, Östküste Mallorca

Die Burg von Capdepera

Blick von der Burg auf Capdepera bis zum Meer

Blick von der Burg auf Capdepera bis zum Meer

Canyamel – Naturreservat und Torre

Canayamel überrascht mit einem kleinen Naturreservat – der Area Natural del Torrente de Cap Vermell. Interessant vor allem für Vogelliebhaber. Es gibt auch einen schönen Sandstrand. Bei der Anfahrt sticht der Turm Torre de Canyamel ins Auge.

Bucht von Canyamel, Ostküste, Mallorca

Bucht von Canyamel, Mallorca

Kormoran in der Area Natural del Torrente de Cap Vermell

Kormoran in der Area Natural del Torrente de Cap Vermell

Wilde Landzunge Es Cubells

Zwischen Cala Millor und Sa Coma gelegen bietet das Naturschutzgebiet Es Cubells die Gelegenheit für eine tolle Kurzwanderung. Auf angelegten Wegen im Inneren der Landzunge oder als Kletterpartie an der rauen Küste gelangt man zum Castell de N’Amer. Dort gibt es auch eine kleine Cafeteria. Der Start von Sa Coma aus führt vorbei an einer zum Meer hin nur durch ein Seil abgetrennten Pferdeweide. Das ein oder andere freche Pony schlüpft einfach unten durch. Auch Vögel sind hier gut zu beobachten.

Sowohl von Sa Coma nach Süden als auch von Calla Millor nach Norden gibt es kilometerlange Promenaden immer am Wasser entlang. Herrlich für Spaziergänge am Meer.

Blick vom Naturschutzgebiet Es Cubells auf Sa Coma

Blick vom Naturschutzgebiet Es Cubells auf Sa Coma

Wasservogel im Naturschutzgebiet Es Cubells, Mallorca

Auf der Pirsch 🙂

Pony im Naturschutzgebiet Es Cubells

Pony im Naturschutzgebiet Es Cubells

Magischer Moment in der Tropfsteinhöhle Coves del Drac in Porto Cristo

Die vermutlich meistbesuchteste Touristenattraktion Mallorcas sind die Coves del Drac in Porto Cristo. In der beeindruckenden Tropfsteinhöhle gibt es einen über 170 Meter langen See. Aus der Tiefe der dunklen Höhle gleiten drei beleuchtete Ruderboote. Auf einem davon sitzen Musiker, die ein etwa zehnminütiges Konzert bieten. Ein magisches Erlebnis! Zumindest solange sich die anderen Touris an das Handy und Kameraverbot halten. Sobald die ersten Displays aufleuchten und Auslöser klicken ist ein Teil des Zaubers leider gebrochen. Es gibt in der Höhle auch einen Türkis schimmernden Bach. Auch wenn ich den Touristenmassen sonst gern aus dem Weg gehe, ist diese Höhle auf jeden Fall einen Besuch wert.

Drachenhöhlen Coves del Drac in Porto Cristo, Mallorca

Coves del Drac in Porto Cristo

Neben der bekannten Höhle hat Porto Cristo einen schönen kleinen Sandstrand, eine geschützte Hafenmole und eine Promenade zu bieten. An der Südküste thront der alte Wachturm Torre de Falcone über dem Ort. Im Landesinneren gibt es eine weitere bekannte Höhle – die Coves dels Hams.

Strand und Altstadt von Porto Cristo

Strand und Altstadt von Porto Cristo

Wander-Geheimtipp – Tosendes Wasser beim Felsentor

Eine schöne Kurzwanderung von etwa 2 Kilometern (eine Strecke) verläuft von der Cala Estany zur idyllischen Cala Varques. Vom Strand der Cala Estany geht es rechts den Felsen hoch und dann einen Trampelpfad durch dichtes Buschwerk entlang. Fast immer ist das Meer im Blick. Und man hört die Glocken von  Ziegen klingeln, auch wenn man sie selbst kaum zu Gesicht bekommt. Zuerst kommt die Bucht der Cala Falcó in Sicht. Wenn du dich nach dieser Bucht Richtung Meer orientiert statt geradeaus weiterzugehen, gelangst du zu einem tollen Felsentor im Meer. Die Brandung tobt hier in tosenden Wellen durch das Tor. Großartig! Erst recht, weil ich diesen Anblick gar nicht erwartet hatte. War nämlich nicht in der Wanderbeschreibung erwähnt. Weiter geht es an der türkis leuchtenden kleinen Cala Blanc vorbei zur Cala Varques.

Felsentor, Mallorca

Felsentor

Cala Varques in der Abendsonne

Cala Varques in der Abendsonne

Die Hafenstadt Porto Colom und seine Leuchttürme

In der großen geschützten Bucht von Porto Colom lohnt sich vor allem ein Besuch der Altstadt. Sie ist vom Rest der Stadt getrennt und verfügt über typischen spanischen Altstadtcharme. Häuser mit bunt gestrichenen Blendläden. In den Wellen schaukelnde Fischerboote. Und schon früh am Morgen aktive Fischer am Kai. Eine Kirche gibt es natürlich auch. Weiter geht es von hier durch das Villenviertel Sa Punta zum Leuchtturm. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Stadt und den gegenüber liegenden Leuchtturm an der Punta de ses Crestes. Zurück am Hafen der Altstadt kann man noch einer Schotterstraße zur einsamen Badebucht Cala S’Algar folgen. Und wird mit einem ungestörten Blick auf die raue Küste und das Meer belohnt.

Altstadt von Porto Colom, Mallorca

Altstadt von Porto Colom

Etwas südlich von Porto Colom bietet sich die schöne Wanderung von der Cala Arsenau zur Cala Mitjana an. Auch hier kann man über die rauen Küstenfelsen klettern, ein Felsenloch bewundern oder die schöne Aussicht auf das Meer und die Buchten genießen.

Cala Mitjana, Mallorca

Cala Mitjana

Schöne Aussicht vom Santuari de Sant Salvador

Etwa ein Kilometer östlich von Felanitx zweigt eine Straße zum Wallfahrtsort Santuari de Sant Salvador ab. Die letzten Kilometer schlängelt sich die Straße in Serpentinen den Berg hoch. Und endet auf einem großen Parkplatz vor einem 30 Meter hohen Monument auf dem eine Christusfigur thront. Gegenüber liegt das ehemalige Klostergebäude. Von außen sieht es eher wie eine Festung aus. Innen gibt es aber eine schöne Kapelle, die besichtigt werden kann. Heute ist in dem alten Klostergebäude ein kleines Hotel untergebracht.

Santuari de Sant Salvador, Mallorca

Santuari de Sant Salvador

Santuari de Sant Salvador, Mallorca

Innenhof

Für mich hat sich die Anfahrt vor allem wegen der schönen Aussicht gelohnt. Man kann in alle Himmelsrichtungen super weit gucken. In eine Richtung sieht man das Meer, in die andere eine hügelige Ackerlandschaft, über der am Vormittag manchmal noch Nebelschwaden hängen. Auch die Stadt Felanitx, die gegenüber auf einem Berg liegende Burg Castell de Santueri und ein großes Steinkreuz sind zu sehen.

Aussicht auf das Steinkreuz vom Santuari de Sant Salvador

Aussicht auf das Steinkreuz vom Santuari de Sant Salvador

Mallorquinischer Markt in Felanitx und das Castell de Santueri

Im Landesinneren liegt die Kleinstadt Felanitx. In der Innenstadt gibt es viele verwinkelte enge Gassen. Sonntags ist Markttag. Hast du Lust auf einen typisch mallorquinischen Markt? Dann auf nach Felanitx. Der Markt erstreckt sich über mehrere Straßen. Du findest ihn hinter der Kirche und oberhalb der Placa Espanya.

Markttag in Felanitx, Mallorca

Markttag in Felanitx

Südöstlich von Felanitx zweigt von der Hauptstraße nach Santanyi eine kleine Straße zum Castell de Santueri ab. Die schmale Straße klettert in Serpentinen den Berg hoch. Oben angekommen gibt es im Gegensatz zum Kloster nur einen kleinen Parkplatz. Die Burg kannst du für 4 Euro Eintritt pro Person besichtigen. Das Besondere am Castell de Santueri ist, dass es nur an zwei Seiten von einer Mauer umgeben ist. An den anderen Seiten fallen die Hänge des Burgplateaus so steil ab, dass ein zusätzlicher Schutz durch eine Mauer nicht nötig war. Die Aussicht von der Burg ist ähnlich spektakulär wie vom Santuari de Sant Salvador.

Castell de Santueri, Felanitx, Mallorca

Castell de Santueri

Naturpark Mondragó

Im Naturpark Mondragó gibt es einige kürzere und längere Wanderwege. Die Cala Mondragó ist in zwei Strandbuchten unterteilt: die Cala Font de N’Alis am Parkeingang und die dahinterliegende Cala S’Amarrador. Die beiden Strände gehören zu den beliebtesten der Ostküste. Dementsprechend voll kann es hier in der Hochsaison werden. Dann werden die Strandfans sogar per Boot aus den Nachbarorten hergebracht. Gut, dass ich in der Nebensaison hier bin. Neben mir sind heute nur ein paar Wanderer und Hundebesitzer unterwegs. So kann ich in Ruhe das türkisfarbene Wasser bestaunen und die gegen die felsige Küste donnernde Brandung beobachten.

Naturpark Mondragó, Mallorca

Naturpark Mondragó

Blick auf die Cala Font de N’Alis, Mondragó

Blick auf die Cala Font de N’Alis

Idyllischer Fischerort Cala Figuera

Der Fischerort Cala Figuera ist eins meiner persönlichen Highlights an der Ostküste Mallorcas. Die Bucht, umgeben von Steilküste, teilt sich nach etwa 500 Metern in zwei flach auslaufende schmale Seitenarme. Hier gibt es jede Menge hübsche Häuschen mit bunten Blendläden und kleine Bootsschuppen. Boote dümpeln an Stegen und Ankertonnen vor sich hin. Auf einem schmalen Pfad kann man an den beiden Seitenarmen entlanglaufen. Aber Achtung, Rutschgefahr. Die Steine sind teilweise von nassen Algen bedeckt und ziemlich glitschig. Dafür bieten sich nach jeder Kurve wieder tolle Fotomotive.

Cala Figuera, Mallorca

Cala Figuera

Weg entlang der Bootsgaragen im Hafen von Cala Figuera

Weg entlang der Bootsgaragen im Hafen von Cala Figuera

Felsbogen Es Pontàs bei Cala Santanyi

Der Nachbarort von Cala Figuera ist Cala Santanyi. Dort gibt es einen schönen Sandstrand und an der vom Strand aus gesehen rechten Steilküste ein paar niedliche Bootshäuser mit grün gestrichenen Toren. Oberhalb führt ein kurzer Wanderweg vorbei an einem Steinkreuz zum beeindruckenden Felsentor Es Pontàs.

Felsbogen Es Pontàs, Mallorca

Felsbogen Es Pontàs

Cap de Ses Salines

An der Südspitze Mallorcas liegt das Cap de Ses Salines. Dort gibt es natürlich einen Leuchtturm. Und auch einen tollen Küstenwanderweg. Dieser verläuft von Cala Llombards im Osten des Caps an der Spitze mit dem Leuchtturm vorbei bis Colonia de Sant Jordi westlich vom Cap. Insgesamt fast 20 Kilometer. Immer an der rauen Küste und dem blauen Meer entlang.

Leuchtturm am Cap de Ses Salines, Mallorca

Leuchtturm am Cap de Ses Salines

Küste am Cap de Ses Salines, Mallorca

Küste am Cap de Ses Salines

Nützliche Tipps und Infos für deine nächste Mallorca Reise

Mietwagen auf Mallorca

Mallorca lässt sich am besten mit einem eigenen Mietwagen erkunden. Da bist du einfach am flexibelsten und unabhängigsten. Ich würde immer einen Kleinwagen mieten, da man damit einfacher durch die engen Altstadtgassen passt. Auch für einige schmale Serpentinenstraßen in den Bergen ist ein kleines Auto praktischer. Und für die Parkplatzsuche sowieso 😉

Außerdem ist es im Vergleich zu einigen anderen Ländern extrem günstig auf Mallorca ein Auto zu mieten. Wir haben für einen Kleinwagen im Winter nur unschlagbare 50 Euro pro Woche bezahlt (gebucht auf check24).

Reiseführer Empfehlungen

Für die ganze Insel:
       

Reise Know-How inklusive Wanderbeileger

Speziell zum Wandern:
    

Eine tolle Wanderung ist übrigens die Wanderung zur Penya Rotja auf La Victoria. Super abwechslungsreich und mit genialer Aussicht aufs Kap Formentor.

Karte – Orte an Mallorcas Ostküste

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4 Kommentare zu “Mallorca auf eigene Faust – Highlights der Ostküste

  1. Traute Schmidt-Spilker

    Da habt Ihr wirklich die schönsten Punkte in de Ecke angesprochen!
    Beeindruckend ist auch noch der Blick vom „Ermita de Sant Salvador“
    – unser Hausberg 😉 – immerhin 509 Meter hoch und das Kloster ist auch
    zu bestaunen -zählt es zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten
    Mallorcas.

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